PIR-Dämmung – Hochleistungsdämmung für Dach, Wand und Boden
Polyisocyanurat (PIR) ist ein Hartschaum‑Dämmstoff mit überwiegend geschlossenen Zellen. PIR Schaum Dämmung wird zu formstabilen Platten verarbeitet, oft als Nut‑und‑Feder‑ oder Stufenfalz‑Variante. Dank hoher Druckfestigkeit eignet sich PIR Hartschaum für Estrich und Flachdächer ebenso wie für Fassaden oder Außenwände. Die Platten erfüllen die Anforderungen an eine Hochleistungsdämmung.
Zu den bekannten Herstellern gehören Bauder, Sto, Isover, Kingspan, Saint Gobain und Firestone. Sie bieten verschiedene Kaschierungen – beispielsweise Aluminium als Dampfsperre – und liefern die Platten in Standardformaten wie 1200x600 mm. Für Heimwerker gibt es B‑Ware als 2. Wahl, die günstiger, aber nicht immer maßhaltig ist. Wichtig bleibt das Lesen des Datenblatts. Hier finden sich Angaben zu den Eigenschaften wie z.B. Wärmeleitgruppe (WLG 022/WLG 023), Druckfestigkeit, Rohdichte und Brandschutzklasse. PIR hat wenig Schallschutz und sollte bei Bedarf mit faserigen Materialien kombiniert werden.
Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Als Aufsparrendämmung eliminiert PIR Wärmebrücken über den Sparren. Bei der Zwischensparrendämmung erfordert der harte Schaum präzisen Zuschnitt, um Fugen zu vermeiden. An der Fassade oder Außenwand ermöglicht die hohe Dämmleistung schlanke Konstruktionen. Das Verputzen bietet den nötigen Schutz vor äußeren Einflüssen. Unter Estrich schützt PIR den Boden und reduziert Wärmeverluste bei Fußbodenheizung. Bei Heizungsrohren werden PIR‑Rohrschalen eingesetzt. Die Plattendicken reichen von 10 mm, 20 mm, 30 mm, 40 mm, 60 mm, 80 mm, 100 mm, 120 mm, 140 mm bis 160 mm. Kleinformate erleichtern das Verlegen in engen Bereichen, erfordern aber saubere Stoßverklebung. Das genaue Arbeiten ist hier von großer Bedeutung. Platten lassen sich kleben oder dübeln. Kleber müssen lösemittelfrei sein, damit der Schaum nicht angegriffen wird.
PIR gilt im eingebauten Zustand als gesundheitlich unproblematisch, sollte aber wegen möglicher Staubentwicklung beim Schneiden mit Schutzbrille verarbeitet werden. Erfahrungsberichte betonen die exzellente Dämmwirkung und die Herausforderungen beim genauen Zuschnitt. Wer PIR Dämmung richtig verlegt, luftdicht anschließt und die Systemvorgaben beachtet, erreicht niedrige U‑Werte. Zudem profitiert man von einer langlebigen, platzsparenden Dämmung.
📊 Was sind die Vor- und Nachteile von PIR Dämmung?
Vorteile:
Sehr gute Dämmwirkung bei wenig Dicke (niedriger Lambda Wert von 0,022 bis 0,023 W/m·K) – spart Platz
Niedrige Wärmeleitfähigkeit (z. B. WLG 028 bis WLG 020)
Platzsparend, ideal bei Sanierungen
Begehbar bei geeigneter Druckfestigkeit und Deckschicht
Geringe Wasseraufnahme und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit
Geringere Schalldämmung im Vergleich zu faserigen Dämmstoffen
Nicht diffusionsoffen, insbesondere wenn sie alukaschiert ist
UV-empfindlich, daher nicht dauerhaft ungeschützt einsetzbar
Starr, lässt sich nicht biegen – man muss sehr genau schneiden und fugenfrei arbeiten, sonst drohen Wärmebrücken.
🔥 Welche Brandschutzklasse hat PIR Dämmung?
PIR Dämmung ist ein brennbarer Dämmstoff aus Kunststoff. Je nach Produkt und Aufbau erreicht er typischerweise die Brandschutzklasse B2 (normal entflammbar) nach DIN 4102. Häufig erreicht er auch B1 (schwer entflammbar). Das Brandverhalten hängt dabei stark vom jeweiligen Produkt, der Kaschierung und dem gesamten Bauteilaufbau ab. Sie muss stets in geprüften Konstruktionen eingesetzt werden. Die Brandschutzklasse A1 (nicht brennbar) ist mit PIR Dämmung nicht erreichbar.
🔗 Kann man PIR Dämmung und EPS kombinieren?
PIR Dämmung kann im Bereich WDVS als Alternative zu EPS verwendet werden. Eine „Misch“-Lösung ist eher untypisch. Grundsätzlich kann man Dämmstoffe theoretisch schichtweise kombinieren. Praktisch sollte man das aber nur nach Systemzulassung und Hersteller-Verlegeanleitung machen (besonders bei WDVS und Brandschutz). Ohne abgestimmtes System kann es Probleme mit Haftung, Feuchteaufbau (Dampfdichtheit) und Brandschutz-Nachweisen geben.
💧 Ist PIR Dämmung wasserfest?
PIR Dämmung ist unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und nimmt nur sehr wenig Wasser auf. Sie gilt als wasserabweisend, sollte jedoch nicht dauerhaft ungeschützt stehendem Wasser ausgesetzt sein.
👣 Ist PIR Dämmung begehbar?
Viele PIR Dämmplatten sind begehbar, insbesondere bei Dach- oder Bodenaufbauten. Voraussetzung ist eine ausreichende Druckfestigkeit sowie eine fachgerechte Verlegung mit geeigneter Deckschicht.
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