Holzfaserdämmung ist eine natürliche und flexible Dämmung mit guten Eigenschaften in Bezug auf Wärmeschutz, Schallschutz und Feuchteregulierung. Sie wird sowohl innen als auch außen eingesetzt, zum Beispiel an der Kellerdecke, in der Fassade oder im Dach. Bei einer hinterlüfteten Konstruktion kann Feuchtigkeit besser abtrocknen, was besonders bei Außenwänden wichtig ist. Je nach Aufbau kann eine Dampfsperre notwendig sein, wobei Holzfaser grundsätzlich diffusionsoffen ist. Auch im Fachwerk wird sie häufig verwendet, da sie Feuchtigkeit ausgleichen kann. Der Dämmwert hängt von der Wärmeleitfähigkeit (λ/Lambda-Wert) ab, zum Beispiel WLG 032 oder WLG 035. Der U-Wert zeigt, wie gut ein Bauteil Wärme hält. Bei beiden Werten (WLG und U-Wert) gilt: Je niedriger der Wert desto besser.
Holzfaserdämmung kann als druckfeste Platte oder lose verarbeitet werden. Sie kann geklebt, verputzt oder auch per Einblasen eingebracht werden, zum Beispiel in Hohlräume. Viele berichten aus Erfahrung, dass das Verarbeiten des Materials angenehm ist, da sich die Platten gut schneiden und anpassen lassen. Selbst in besonderen Bereichen wie einer Sauna ist der Einsatz möglich, wenn Aufbau und Feuchteschutz beachtet werden. Eine Dampfbremse auf der warmen Seite verhindert, dass zu viel Feuchtigkeit in die Dämmung gelangt. Dies schützt so vor Kondensation und Schäden. Insgesamt ist Holzfaserdämmung eine vielseitige und ökologische Lösung für unterschiedliche Bauvorhaben.
Zu den bekannten Herstellern von Holzfaserdämmung zählen Steico, Naturheld, Gutex, Fermacell, Isover und Heraklith. Je nach Hersteller gibt es Varianten für Aufsparrendämmung, Trockenbau, Fußbodenheizung und Putzträgerplatten für die Außenwand. Diese sind beispielsweise Bestandteile eines passenden Systems. Flexible Dämmstoffe für Gefache (als Klemmfilz) und Installationsräume sind ebenfalls erhältlich. Die Platten sind meist in vielen Dicken erhältlich, etwa 20 mm, 30 mm, 40 mm, 50 mm, 60 mm, 80 mm, 100 mm, 120 mm, 140 mm, 160 mm, 180 mm, 200 mm oder 240 mm. Größere Dicken erzielen eine bessere Dämmwirkung.
Vorteile:
Nachteile:
Je nach Variante eignet sich ein Dämmstoffmesser für flexible Holzfasermatten. Zum Zuschneiden der Holzfaserdämmung können auch eine Handsäge, ein Fuchsschwanz, eine Stichsäge oder eine Kreissäge verwendet werden.
Grundsätzlich ja – üblich ist die Verlegung in einer Elektroinstallationsebene, damit die Luftdichtheitsebene nicht unnötig durchdrungen wird. Bei Unsicherheit: Elektrofachbetrieb und die Herstellerangaben zum Bauteilaufbau heranziehen.
Ja Holzfaserdämmstoffe sind brennbare und können im Brandfall verbrennen. Die genaue Brandschutzklasse hängt vom Produkt, der Rohdichte und möglichen Zusätzen ab. In der Praxis werden sie in geprüften Systemaufbauten eingesetzt, die den Brandschutz des gesamten Bauteils sicherstellen. Entscheidend ist daher nicht nur der Dämmstoff allein, sondern der geprüfte Aufbau inkl. Anschlüssen und Durchdringungen.
Holzfaserdämmung ist nicht besonders anfällig für Schädlinge. Die Dämmstoffe werden in der Regel mit natürlichen oder mineralischen Zusätzen behandelt. Diese machen einen Befall durch Insekten wie den Holzwurm oder Nagetiere wie Mäuse unattraktiv. Voraussetzung ist jedoch eine fachgerechte, trockene und geschlossene Bauweise. Schädlinge werden vor allem durch offene Hohlräume und Feuchtigkeit angezogen.
Holzfaserdämmung gilt als umweltfreundlicher Dämmstoff. Je nach Produkt kann sie thermisch verwertet oder über den Altholz- bzw. Baustoffrecyclingkreislauf entsorgt werden. Unbehandelte Holzfaserdämmstoffe sind häufig recyclingfähig, während behandelte Produkte den regionalen Entsorgungsvorgaben folgen müssen. Eine Entsorgung über den normalen Hausmüll ist nicht vorgesehen.
Kurzzeitig feuchte Holzfaserdämmung kann bei ausreichender Belüftung trocknen. Bleibt sie jedoch länger nass, kann die Dämmwirkung verloren gehen und Schimmel entstehen. In diesem Fall sollte die Dämmung ausgetauscht und die Ursache der Durchfeuchtung behoben werden.
Die Befestigung erfolgt abhängig vom Einsatzbereich. Holzfaserplatten werden meist mechanisch verschraubt oder gedübelt, bei WDVS zusätzlich mit systemgebundenem Klebemörtel. Flexible Holzfasermatten werden passgenau zugeschnitten und geklemmt oder in Gefache eingelegt. Wichtig ist stets eine spannungsfreie, lückenlose Montage.
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